Kurz gesagt
Wer einem anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür mit seinem gesamten Vermögen, ohne Obergrenze. Die Privathaftpflicht zahlt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte ab. Sie kostet wenig und gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt.
Kleine Unachtsamkeit, große Folgen
Nach dem Gesetz muss jeder, der einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, dafür aufkommen, auch bei leichter Fahrlässigkeit. Eine Obergrenze gibt es nicht. Ein Moment der Unaufmerksamkeit auf dem Fahrrad, und ein Fußgänger wird schwer verletzt: Behandlungskosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld und womöglich eine lebenslange Rente können schnell Millionen erreichen.
Was die Privathaftpflicht leistet
- Sie prüft, ob Sie überhaupt haften.
- Sie zahlt berechtigte Forderungen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
- Sie wehrt unberechtigte Forderungen ab, notfalls vor Gericht und auf ihre Kosten.
Darauf sollten Sie achten
- Deckungssumme: mindestens 10 Millionen Euro, besser 50 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden.
- Familie: Partner und Kinder sollten mitversichert sein, Kinder auch während Ausbildung oder Studium.
- Kleine Kinder: Kinder unter sieben Jahren, im Straßenverkehr unter zehn, haften rechtlich nicht. Gute Tarife zahlen trotzdem, damit zum Beispiel der Nachbar nicht auf seinem Schaden sitzen bleibt.
- Schlüsselverlust: auch für Schließanlagen von Vermieter oder Arbeitgeber, das kann teuer werden.
- Mietsachschäden: Schäden an der gemieteten Wohnung oder an Ferienwohnungen.
- Geliehene und gemietete Sachen: etwa die geliehene Kamera oder das Leih-Fahrrad.
- Forderungsausfall: Fügt Ihnen jemand einen Schaden zu und kann nicht zahlen, springt Ihre eigene Versicherung ein.
Ältere Verträge haben oft niedrige Deckungssummen und es fehlen wichtige Bausteine. Ein kurzer Check lohnt sich, und ein neuer Tarif ist oft kaum teurer.
Was nicht versichert ist
- Schäden, die Sie absichtlich verursachen.
- Schäden an Ihren eigenen Sachen.
- Hunde und Pferde: Dafür brauchen Sie eine eigene Tierhalterhaftpflicht.
- Auto, Motorrad, Roller und E-Scooter: Hier gilt die Kfz-Haftpflicht bzw. das Versicherungskennzeichen.
- Schäden im Beruf: Dafür gibt es die Berufs- oder Betriebshaftpflicht.
Häufige Fragen
Gilt die Privathaftpflicht auch im Ausland?
Ja, in der Regel weltweit. Bei längeren Auslandsaufenthalten ist der Schutz außerhalb Europas oft zeitlich begrenzt, etwa auf ein bis fünf Jahre, je nach Tarif.
Brauche ich als Single eine eigene Versicherung?
Ja. Kinder sind über die Eltern meist nur bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert. Danach und spätestens mit dem eigenen Haushalt brauchen Sie einen eigenen Vertrag.
Was kostet eine gute Privathaftpflicht?
Gute Tarife gibt es für Singles und Familien schon für einen niedrigen zweistelligen Betrag im Jahr bis rund 100 Euro, je nach Umfang und Selbstbeteiligung.
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine persönliche Beratung. Leistungen und Bedingungen unterscheiden sich je nach Gesellschaft und Tarif. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen.